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“Das was ich mache, mache ich mit Herz”

Hallo, mein Name ist Max und ich gestalte die Welt. Dieser Satz steht auf der Visitenkarte von Max Niederschick. Warum? Weil er daran glaubt und weil er es auch kann. Mit dieser Einsicht wacht man nicht auf. Sie wird einem nicht gegeben. Sondern wenn man aufmerksam ist, man es zulässt, dann erkennt sie einen. Und umgekehrt … und dann kann man Dinge „einfach“ angehen. Nicht unreflektiert und naiv, sondern mit der Gewissheit, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen.

Siena ist für Max ein echtes Herzensprojekt. Eine Kinderbuchreihe für Kinder die lesen wollen. Die träumen wollen und Fragen stellen. Für Max ist es aber auch ein wichtiges Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit, zwischen drei Menschen, die sich gemeinsam auf einen Weg gemacht haben. Wohin es uns führt wissen wir noch nicht, aber jeder von uns hatte von Anfang an das Gefühl, dass es richtig ist.

Welche Leidenschaft treibt Dich an?

Ganz klar – den Menschen Freude zu bereiten. Ich weiß, dass mir das mit vielen Dingen und in zahllosen Bereichen gelingt und das treibt mich an, bringt mich weiter. Etwas zu schaffen und dann die Freude in den Gesichtern zu sehen, das ist echter Mehrwert!

Wann hast Du die Leidenschaft für Kinderbücher entdeckt?

Wenn ich zurückschaue, dann habe ich immer wieder mit dem Thema „Kinder“ zu tun gehabt. Beim Zivildienst war ich als Verkehrserzieher in Kindergärten eingesetzt. Meinen größten, nichtkommerziellen Erfolg habe ich mit einer Plakatserie über das Thema Kindesmisshandlung gehabt, die es bis ins Museum für moderne Kunst nach Toyama, Japan geschafft hat. Meine Diplomarbeit an der Kunsthochschule war ebenfalls eine Arbeit für Kinder – ein Verkehrserziehungscomic …

Hat es dafür einen bestimmten Auslöser gegeben?

Definitiv. Ich habe meinem Sohn ein Buch eines deutschsprachigen Kinderbuchautors vorgelesen. Nach etwa einem Drittel des Buches hat mein Sohn festgestellt, dass die Geschichte nicht logisch aufgebaut ist. Kinder sind in solchen Dingen um Lichtjahre klüger als manche Erwachsene glauben … und so habe ich begonnen mir über eine andere Geschichte Gedanken zu machen.

Und warum ist es ein Kinderbuch geworden?

Ich denke, dass ein Buch eines der schönsten Geschenke ist, das man einem Menschen geben kann. Ein Buch, die Geschichte (die den Leser auf ihre Art auch bildet) kann etwas sehr persönliches sein. Es löst im Leser ganz bestimmte Emotionen aus. Es ist, mit Worten angeregtes Kopfkino – ohne visuellen, technischen Firlefanz. Darum musste es ein Kinderbuch sein.

Was sind denn deine Lieblingsaufgaben dabei?

Das Erträumen von neuen Geschichten. In jedem Fall. Das Konzept der Kinderbuchreihe basiert ja auf der Verknüpfung bekannter kulturhistorischer Geschichten mit neuen Blickwinkeln und menschlich wichtigen Werten. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber eben das Finden der Geschichte hinter der Geschichte macht so richtig Spaß dabei.

Was würdest Du eigentlich tun, wenn es dein Kinderbuchprojekt nicht geben würde?

Gute Frage. Ich denke ich würde mir andere Möglichkeiten überlegen Menschen Freude zu machen. Mein Brotberuf als Grafikdesigner öffnet mir dazu ja täglich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Das kann auch die simple Neugestaltung einer Visitenkarte sein. Sobald man erkennt, dass man etwas besser machen kann und damit das Leben des anderen bereichern kann, hat man die Pflicht anzupacken!

Was würde der Welt abgehen, wenn es euch nicht geben würde?

Bei der Vielzahl der Veröffentlichungen eine sehr schwierige Frage. Ganz sicherlich: das eine oder andere Lächeln!

Wo findest Du den Raum um Deine Leidenschaft ausleben zu können?

Überall … natürlich gibt es gewisse Rituale um sich auch Raum zu schaffen. Aber die ersten beiden Kapitel des vierten Buches sind mir im Auto auf dem Weg zu einer Präsentation nach St. Pölten eingefallen. Inspiration gibt es überall. Man muss sich nur finden lassen

Worauf verzichtest Du, um Deine Leidenschaft ausleben zu können?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Möglicherweise auf nichts. Ich liebe das was ich mache und stelle dabei keine übertriebenen Ansprüche. Alles andere kommt und darf genossen werden. Ich habe nie das Gefühl gehabt auf etwas zu verzichten …

Was ist eigentlich das Schönste bei Deiner Arbeit?

Sicherlich die positiven Rückmeldungen der Menschen (die mich bei der Erstveröffentlichung zutiefst gerührt haben. Unglaublich!) und die Tatsache, dass mich mein Tun mit unterschiedlichsten Menschen zusammenbringt. Mein persönliches Highlight ist aber, wenn mein Mitautor Michael in unseren Feedbackrunden mir aus unseren Geschichten vorliest. Da sitz ich lauschend im Ohrensessel und beginne zu träumen …

Wer sind Deine wichtigsten und stärksten Unterstützer?

Hier gibt es sicherlich zahllose. Jeder Mensch, der uns auf unserem Weg begleitet. Allen voran unsere Familien, unsere „Testleser“, die uns wertvolle Rückmeldungen gegeben haben. Siena ist ja eine Teamgeschichte, aber abgesehen von uns zwei Autoren und der Illustratorin gibt es ganz, ganz viele kleine und große Helfer. Manche wissen das vielleicht nicht, aber sie alle tragen auch dazu bei, dass der Erfolg unserer Kinderbuchreihe, kein einsamer ist! Und dafür kann man nicht genug „Danke!“ sagen.

Wer baut Dich auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Ein lieber Freund, der britische Musiker TV Smith sagte einmal ganz wichtige Worte zu mir. Es war am Morgen nach einem komplett in die Hose gegangenen Benefizkonzert. Statt erwarteten 1.000 Besuchern kamen knapp 100. Wir waren auf dem Weg zum nächsten Gig und die Stimmung war im Keller. Tim sah mich an und sagte: „Weiß du Max, wir versuchen jeden Tag die Welt etwas schöner zu machen. Wir versuchen es. Wir fallen auf die Schnauze. Wir versuchen es. Wir fallen vielleicht wieder auf die Schnauze … Aber hey. Was für ein trauriger Planet wäre es, wenn wir es nicht versuchen würden?“
Das sind kräftige Worte. Ohne Resignation. Das bedeutet auch nicht, dass immer die Sonne scheint, aber es bedeutet, dass es die Sache wert ist. Jeden Tag.

Wohin wird Dich deine Arbeit noch bringen? Gibt es noch geheime Projekte?

Im Moment schreiben wir gerade am vierten Band der Kinderbuchserie. Insgesamt 17 haben wir grob skizziert. Hier bleibt also noch genug zu tun Abgesehen davon entsteht in meinem Kopf gerade die Idee einer Jugendbuchserie, so für etwa ab 13-Jährige. Und da ich ja auch auf unserem Blog schreibend sehr aktiv bin, wer weiß, vielleicht wird’s irgendwann auch mal ein Sachbuch. Ja, und im Frühjahr gehen wir ja mit „Siena“ auf große Lesereise durch Österreich in und Teile Deutschlands. Das wird richtig schön!
Das schöne ist, dass ich einen Brotberuf habe, der mir richtig Spaß macht. Das bedeutet, dass alles andere kommen darf. Ich bin schon gespannt!

Wie gelingt es Dir Menschen für Deine Leidenschaft zu begeistern?

Das was ich mache, mache ich mit Herz. Das klingt recht banal, eher wie aus einem Buch für Lebenshilfe. Aber es ist jeder aufgefordert darüber nachzudenken. Wenn du es wirklich mit Herz machst, dann springt der Funke auch über. Nicht bei allen Menschen. Das wäre ja absurd. Aber, bei den für dich richtigen!

Was sagen eigentlich Deine Freunde, Dein Umfeld, Deine Familien zu diesem Engagement?

Das reicht von Begeisterung über Stolz bis hin zu Verwunderung. Was aber allen gemein ist, ist eine gewisse Art von Respekt und Freude für meine Idee. Und der Tatsache, dass ich sie umgesetzt habe.

Hast Du Tipps für unsere LeserInnen?

Versuch niemals etwas zu erzwingen. Dann macht es Klick im Kopf und du beschreitest Wege, die dich von dir selbst nur entfernen. Glaub an dich, an deine Träume. Bleib dran. Deine Träume sind wie eine zarte Pflanze. Geh behutsam mit ihnen um, und genieße jeden Moment. Aber versuch nicht ihn zu erzwingen. Ich habe mit meinen Partnern am Konzept von „Siena“ über vier Jahre gearbeitet. Jede einzelne Zeile gehegt und gepflegt. Manchmal auch fast aufgegeben, aber … Ich denke, dass jeder spürt, wenn etwas wirklich richtig ist. Und dann heißt es wieder einmal: „Dran bleiben“. Mit Bedacht!

Hast Du einen Wunsch?

Hmm … Das ist nicht einfach. Spontan würd ich sagen ich bin wunschlos glücklich. Das ist nicht einfach dahergeredet, sondern ein tiefes Gefühl. Vor einigen Jahren gingen für mich gesundheitlich einmal die Lichter aus … ich habe einfach den falschen Träumen nachgejagt. Ich habe mir seither meine eigene „Art der Zufriedenheit“ zugelegt, und diese hat nichts mit „Haben“ zu tun.
Das wäre vielleicht ein schöner Wunsch – dass auch andere ihre Form der Zufriedenheit finden. Dinge passieren lassen und diese genießen … und dadurch ein kleines bisschen glücklicher werden.

Wen sollten wir noch für „way to passion“ interviewen?

Wenn ich über unsere Landesgrenzen schauen darf, dann würde ich Gina Schöler vom Ministerium für Glück und Wohlbefinden vorschlagen. Unglaublich was dieser liebenswerte Mensch auf die Beine gestellt hat!

 


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