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Elisabeth Wolf: “Artissimi ist wie Urlaub in Wien.”

Wie in Sound of Music ist Elisabeth Wolf in Mariazell aufgewachsen. Mit Dirndl und schöner Frisur hat sie im elterlichen Hotel seit ihrer frühen Kindheit mitgeholfen und mit Menschen aus allen Ländern zu tun gehabt. Musische Ausbildung in Wien, später des Hotelfaches am MODUL in Wien. Viele Jahre in der internationalen Hotellerie tätig u.a. in Rom und London sowie in Wien im Hotel Imperial, Bristol, Radisson SAS Palais Hotel in Verkauf und Marketing. Seit 2012 Staatlich geprüfte Fremdenführerin (Englisch, Italienisch, Deutsch) und seit 2017 Reisebürokonzession.

Das Projekt Artissimi:
Eine ähnliche Idee sah Elisabeth Wolf vor Jahren in London und durch die Führungen mit Kunden aus aller Welt erfuhr sie, dass es in New York und Paris ähnliches gab, nämlich Touren und Abonnements, um die eigene Stadt und Kunstwelt besser kennenzulernen. Der Name fiel Elisabeth beim Rasen mähen ein, ARTE ist Kunst auf Italienisch.

Was treibt Sie so im Leben an?

Ich werde von vielen schönen Dingen inspiriert, vor allem von interessanten Menschen, Kunst, meiner Familie und der Natur. Ich liebe klassische Musik, vor allem Barocke Opern und habe ein Faible für schöne Gärten vor allem aus der Renaissance oder dem Barock sowie Englische Landschaftsgärten und Reisen.

Wie haben Sie den Zugang zu Kunst und Kultur gefunden?

Bereits als Kind habe ich schon Gästen die Mariazeller Kirche und den Ort gezeigt. Ich bin mit Kunst aufgewachsen und sang bevor ich sprechen konnte. Die Musik und später die Literatur haben mich dann eigentlich zur Kunst gebracht. Auf meinen Reisen in meinen früheren Jobs hatte ich manchmal am Wochenende Zeit, da waren für mich Museen und Musik immer an oberster Stelle. Als ich meinen Mann kennenlernte war alles klar: auch er liebt Kunst und hat Gott sei Dank einen ähnlichen Geschmack! Heute wachsen meine Kinder auch damit auf.

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Claudia Blake Photography

Hat es da einen Auslöser oder vielleicht ein besonderes Erlebnis gegeben?

Der Kauf des ersten Gemäldes gemeinsam mit meinem Mann in London.

Was sind das für Menschen die zu Ihnen kommen und bei einer Führung mitgehen?

„Artissimi ist wie Urlaub in Wien“ hat im ersten Jahr eine Kundin gesagt. Die Artissimi Führungen werden vorwiegend von Damen und auch Herren gebucht, die kulturinteressiert sind, die eigene Stadt kennenlernen möchten und vor allem nichts versäumen wollen. Einige von ihnen sind selbstständig und können sich die Zeit gut einteilen, andere sind berufstätig. An Samstagen und Abenden kommen mehr Männer und auch Kinder und Student/innen (die immer einen Sonderpreis bekommen). Kund/innen reisen auch aus Ober- und Niederösterreich an, zur einer Musiktour kamen sogar Gäste aus Vorarlberg und Tirol. Artissimi Kunden sind gesellig, lesen besonders gerne und viel und freuen sich, auch nach den Führungen mit Gleichgesinnten ein Glaserl oder einen Kaffee zu trinken.

Gibt’s da Aha-Erlebnisse bei den Kunstrundgängen durch Wien?

Jeden Tag! Ich freue mich täglich über ein schönes Fenster, einen schönen Innenhof, ein schiefes Dach, ein altes Wappen, eine antike Fliese und wie die Stadt mit der Kunst oder die Kunst mit der Stadt spielt. Haben Sie schon das neue Labyrinth am Schwarzenbergplatz gesehen? Am meisten freue ich mich, wenn meine Gäste AHA-Erlebnisse auf meinen Touren haben!

Ganz allgemein, wie wichtig ist Ihnen Kunst?

Sehr wichtig! Ich umgebe mich mit ihr und ich strebe danach, täglich Neues zu erfahren. Ich lasse kaum eine Ausstellung aus und freue mich, wenn ich zu einem Künstler/einer Künstlerin ins Atelier darf und seine/ihre Meinung und Gedanken kennenlerne. Aber ich sehe Kunst in sehr, sehr Vielem, in gutem Essen, in einem Park, in einem Glas, in Einrichtung und Design, einem schön angerichteten Kaffee, einem Blumenarrangement…

Wie wichtig ist Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft?

Kunst und Kultur haben einen sehr großen Auftrag und schon kleine Kinder sind angesprochen und machen sich Gedanken. Besonders Street Art ist ein faszinierendes Thema, um in die Kunst einzuführen. Ich glaube, dass jeder Mensch und jedes Kind auf irgendeine Form von Kunst anspricht.

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Claudia Blake Photography

Wie würden Sie den Stellenwert von Kunst in Österreich einschätzen?

Wir können uns glücklich schätzen, inmitten von so viel „Kunst“ zu leben. In der klassischen Musik gehört Wien zu den führenden Städten der Welt, der Musikverein wird immer wieder zum Haus mit der besten Akustik weltweit gewählt. Die Dichte an Klöstern und Kirchen ist kaum irgendwo so hoch. Die Grünflächen und das Wasser und der Wein gehören ebenso dazu wie die Geschichte und das Brauchtum. Wichtig finde ich, dass wir sorgsam damit umgehen. Im Kultursponsoring müssen wir noch große Schritte machen und für die zeitgenössische Kunst noch offener werden.

 copyright gabriele paar und Susanne buchinger_DSC0090

copyright gabriele paar

 

Gibt’s einen Künstler oder auch ein Kunstwerk das Sie besonders bewegt?

Viele! Zurzeit besonders Ty Waltinger, der mit alten Pigmenten arbeitet. Oder Brigitte Kowanz mit ihren Raum- und Licht-Installationen. Nives Widauer. Ich könnte stundenlang aufzählen.

Was kann Kunst bewegen? Kann Kunst etwas bewegen?

Bereichern, verzaubern, inspirieren, umdenken, verträumen, bilden, entspannen, kommunizieren, nachdenklich und traurig machen, zum Lachen bringen und aufmuntern.

Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie sind für einen Tag die Direktorin der Albertina und dürfen eine Wunscharbeit einkaufen bzw. eine Ausstellung gestalten. Was könnten wir da sehen?

Das überlasse ich sehr gerne den Profis! Aber die Ausstellung oder die Arbeit wäre BUNT und HUMORVOLL!

Gibt’s ein Museum wo Sie sich besonders wohl fühlen?

In Wien: im Belvedere, im Kunsthistorischen Museum und im MUMOK, ich liebe die Sammlung alter Musikinstrumente und bin ein Fan vom Wien Museum.
In London: British Museum und die Royal Academy of Arts und Tate Modern
In Südfrankreich: Fondation Maeght
Kopenhagen: Louisiana und in New York: The MET Breuer und Whitney Museum of American Art

Eine Stunde Zeit in Wien, was sollte man sich da unbedingt anschauen?

343 Stufen auf den Stephansdom, Blick genießen und danach auf einen Kaffee gehen und das Ambiente einfangen!

Was möchten Sie noch entdecken?

Die Welt!

Haben Sie für unsere LeserInnen eine Buchempfehlung, einen Webtipp, einen Tipp für einen inspirierenden Platz, …?

Platz: Innenhof des Deutschen Ordens, Zugang Singerstraße 7
Inspirierend sind Stiegenhäuser, viele Innenhöfe und Gärten und das meiste ist kostenlos!

Buchtipps:
„The Jazz Baroness“ von Hannah Rothschild
„Wohllebengasse“ von Tim Bonyhady
„Emilie Flöge – Auf Freiheit zugeschnitten“ von Margret Greiner und ihr allerneuestes Buch soeben erschienen „Margaret Stonborough Wittgenstein: Grande Dame der Wiener Moderne“

Online:
TV-THEK und Archiv des ORF, eine Fundgrube!

Und natürlich alle Touren mit Artissimi!

Wen sollten wir für „way to passion“ noch interviewen?

Ty Waltinger, Künstler
Nives Widauer, Künstlerin
Claudia Blake-Wiletel, Fotografin

 


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