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Konstantin Klingler & Moritz Stephan: “Es ist enorm wichtig Dinge einfach anzupacken und zu machen.”

Konstantin und Moritz sind extrem interessiert an Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Themen. Aber sie sind nicht nur den ganzen Tag am arbeiten, sondern Familie und vor allem Freunde haben einen extrem hohen Stellenwert. Für beide ist der Freundeskreis ein wichtiger Nährboden für alle Ideen, Energie und auch Lebenslust. Sie sprechen oft mit Menschen die andere Meinungen vertreten um Ihre Denkweise zu verstehen und sachlicher an alle Diskussionen heranzutreten. Konstantin und Moritz diskutieren generell sehr viel. Konstantin spricht gerne mit vielen Menschen und sieht seine größte Chance in seiner Weiterentwicklung im Austausch mit anderen Menschen mit anderen Sichtweisen und kulturellen Hintergründen.

Lobu vereint den Komfort des Online Shoppings mit dem des lokalen Einkaufens. Statt aus großen Lagerhallen weit entfernt wird aus Buchhandlungen in der Nähe des Konsumentens geliefert. Es wird noch am selben Tag mit dem Fahrrad ausgeliefert. Derzeit befindet sich das Projekt in einer Pilotphase im
18. Bezirk aber an der Weiterentwicklung wird schon fest gearbeitet.

Was treibt Euch an?

Konstantin: Ich glaube es ist enorm wichtig Dinge einfach anzupacken und zu machen. Ich möchte mir nicht nur Gedanken machen, sondern aktiv zum Positiven verändern. Ich habe nur ein Leben und ich möchte so viel bewegen wie nur irgendwie möglich.

Wir sind die Generation, welche die nächsten 60 Jahre mit den Folgen der derzeitigen Entwicklung leben muss. Dazu zählt eine vollkommene Fehlentwicklung unserer Wirtschaft. Wir sind dabei unseren gesamten Einzelhandel einem großen Konzern zu überlassen und das ist ein Problem für die ganze Volkswirtschaft. So etwas führt zu dem Verlust von tausenden an Arbeitsplätzen und Steuerleistung, da viele Konzerne Ihre Steuern in anderen Ländern zahlen. Außerdem ist es umwelttechnisch sehr bedenklich Produkte quer durch Europa oder die Welt zu schicken, wenn sie schon in einer Stadt vorhanden sind.

Was war vorher da? Die Liebe zu Büchern oder die Überlegung für ein regionales Lieferservice?

Also die Liebe zu Büchern hatten wir schon als wir sehr klein waren. Damals wurde uns aus Büchern vorgelesen wurde und ab dem Zeitpunkt an dem wir selbst lesen konnten, haben wir Bücher regelrecht verschlungen.

Habt Ihr ein besonderes Verhältnis zu gedruckten Büchern?

Konstantin: Ich halte einfach gerne ein gedrucktes Buch in meiner Hand. Ich mag den Geruch und das Geräusch des Seitenblätterns.

Welchen Stellenwert nehmen Bücher in Eurem Leben ein?

Konstantin: Ich lese sehr gerne und viel, da ein Buch die Möglichkeit bietet sich für einen kurzen Moment eine andere Realität zu erschaffen und in eine andere Welt abzutauchen. Leider bin ich in letzter Zeit kaum zum Lesen gekommen.

Mit der Auslieferung mit dem Fahrrad beschreitet ihr einen sehr ökologischen Weg. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Euch?

Wir sind der Meinung, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort für Unternehmen sein sollte, sondern tatsächlich aktiv ausgeübt werden muss. Gerade wir als junge Menschen müssen versuchen unseren Planeten wieder aufzubauen. Jeder der sich die Entwicklung der Welt ansieht, weiß dass es nicht ewig so weitergehen kann. Wir können nicht alle Ressourcen aufbrauchen und Waren nur aus preislichen Gründen einmal um die Welt schicken. Manchmal erscheint uns unser nicht nachhaltiges Leben auf Kürze günstiger, aber langfristig werden wir einen hohen Preis bezahlen.

Wo seht Ihr Euch den nächsten Jahren? Gibt´s Expansionspläne?

Auf jeden Fall! Unser erstes Ziel ist es Lobu auf alle Bezirke Wiens auszuweiten und einen übersichtlichen einfachen Webshop zu entwickeln. In weiterer Folge wollen wir mit Lobu auch in mehrere Städte expandieren, um so vielen Menschen wie möglich einen schnellen und fairen Service zu bieten.

Gibt´s Vorbilder die Euch geprägt haben?

Nicht wirklich. Wir haben uns immer eher auf die Sache konzentriert und versucht eigenständig und innovativ zu bleiben. Wenn wir aber doch Hilfe brauchen, holen wir uns gerne Rat bei Österreichischen Start-Ups wie “Whatchado” oder “Talentify”.

Was sind denn so die größten Hürden die es zu bezwingen gilt?

Eine große Hürde ist die Finanzierung. Des Weiteren ist es auch nicht immer ganz einfach Lobu mit den Schulzeiten zu vereinbaren.

Seid ihr neugierige Menschen? Wenn ja, wie zeigt sich das konkret?

Sehr sogar. Moritz ist naturwissenschaftlich sehr interessiert und bastelt zum Beispiel derzeit mit Freunden an einem Prototyp eines neuartigen Mars-Roboters für einen Wettbewerb.
Wir sind beide auch sehr neugierig, wenn es darum geht, andere Kulturen kennenzulernen und Abenteuer zu erleben. Aus diesem Grund haben wir beide auch mit dem ASSIST Programm ein Jahr in den USA verbracht.

Was bedeutet Glück für Euch?

Konstantin: Ich persönlich bin noch auf der Suche nach Glück aber ich erlebe Glück, wenn ich sehe, dass etwas, das ich mir ausgedacht habe, funktioniert. Aber ich glaube, dass es zwei Arten von Glück gibt – einerseits das mehr greifbare und der Erfolg mit Projekten und andererseits das emotionale Glück. Für mich sind meine Freunde unglaublich wichtig und Spaß zu haben.

Was würde der Welt abgehen, wenn es euch nicht geben würde?

Eine Perspektive auf eine wirkliche Änderung darin wie der Einzelhandel funktioniert. Wir haben hier eine riesige Chance, um langfristig für eine positive Änderung in der Gesellschaft zu sorgen. Das müssen wir nützen und so sind wir auch nicht ersetzbar.

Worauf verzichtest Ihr, um für Euer Start Up zu arbeiten?

In erster Linie Schlaf. Und da man den dann doch manchmal braucht, muss auch das Lacrosse Training und die Fitnessstudio Besuche ein bisschen gekürzt werden. Außerdem versäumen wir jetzt wegen Terminen “leider” ab und zu den Unterricht.

Was ist eigentlich das Schönste bei Eurer Arbeit?

Das tolle daran bei Lobu zu arbeiten ist, dass man in Kontakt mit so vielen verschiedenen interessanten Menschen kommt. Jeden Tag schreiben uns Menschen, denen das Projekt einfach gefällt und das ist dann wirklich sehr motivierend nachdem man so viel Arbeit investiert hat.

Wer sind Eure wichtigsten und stärksten Unterstützer?

Der Hauptverband der österreichischen Buchhandlungen und die Buchhandlungen selbst. Sie sind begeistert von dem Projekt und ohne eine nachhaltige Kooperation mit ihnen hätte das Ganze auch keinen Sinn.

Wer baut Euch auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Wir beide ergänzen uns so gut, dass häufig nur eine Person niedergeschlagen ist, weil der Andere es dann doch schafft das positive zu sehen. So können wir uns gegenseitig unterstützen. Sonst sind unsere Familie und unsere Freunde immer für uns da und so haben wir jemanden, mit denen wir über Probleme reden können.

Wohin wird Euch diese Arbeit noch bringen? Gibt es noch geheime Projekte?

Geheime Projekte gibt es keine, aber wir haben natürlich Pläne dafür, wie wir unser Projekt vergrößern könnten ;)

Was sagen eigentlich Eure Freunde, Euer Umfeld, Eure Familien zu diesem Engagement?

Alle mit denen wir bis jetzt geredet haben, waren unserem Projekt gegenüber sehr positiv eingestellt. Wir haben auch tolles Feedback bekommen und schätzen und den Rückhalt den uns unser Umfeld gibt.

Habt Ihr Tipps für unsere LeserInnen?

Ta – Nehisi Coates und Glawinic

Habt Ihr einen Wunsch?

Dass Lobu auch in 30 Jahren noch besteht und sich kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Habt Ihr für unsere LeserInnen eine Buchempfehlung, einen webtipp, einen Tipp für einen inspirierenden Platz, …?

Jede Buchhandlung ist ein toller Platz, um sich Inspiration zu holen. Das entdecken von neuen Schätzen und das schlichte auskosten der ruhigen Atmosphäre ist viel Wert in unserer hektischen Welt.

Wen sollten wir noch für „way to passion“ interviewen?

Mariam Al-Ayash von “Wiener Portraits”! Sie macht die besten Videos in der ganzen Stadt (und über die ganze Stadt).


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