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“Vom Biologen zum Rockstar Fotografen”

Matthias Hombauer ist Rockstarfotograf, Gründer von „How To Become A Rockstar Photographer“.

Matthias, welche Leidenschaft treibt dich an?

Meine beiden Leidenschaften sind Musik und Fotografie. Daher habe ich beschlossen diese zu kombinieren und zu meinem Beruf zu machen.

Wann hast du deine Leidenschaft für die Rockstarfotografie entdeckt? Wo hast du von dieser Idee erfahren?

Die Konzertfotografie habe ich erst sehr spät mit 28 Jahren für mich entdeckt. Ich habe früher oft auf Reisen mit einer Lomo Compact Automatic (LCA) fotografiert. Die erste digitale Spiegelreflex Kamera habe ich mir dann auf einer Reise in Hongkong gekauft. Das waren Urlaubsschnappschüsse, so wie sie jeder kennt und selbst fotografiert. Jahre später, während meiner Doktorarbeit in molekularer Biologie, kam mir die Idee meine beiden Leidenschaften – Fotografie und Musik – zu verbinden.
Die Anfangsgeschichte meines Rockstarerfolges kam als Ich mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit fuhr. Da kam mir plötzlich der Gedanke: „Du liebst Musik und du magst Fotografie. Warum also nicht beides verbinden?“. Gesagt getan! Als ich in der Arbeit ankam, habe ich sofort nach „Konzertfotografie“ gegoogelt um mir nähere Information zu holen. Seit dem widme ich mich der Konzertfotografie.

Wie hat deine Leidenschaft dein Leben verändert?

Mein Leben hat sich seit diesem Tag um 180 Grad gewendet. Nach erfolgreicher Beendigung meiner Doktorarbeit entschied ich mich für den Schritt in die Selbstständigkeit. Das war eine neue Situation für mich und hat einige Lehrzeit in Anspruch genommen. Wie bestimmt jeder Selbstständige nur bestätigen kann gibt es gute und schlechte Tage. Manchmal kommt es mir wie eine Achterbahn der Gefühle vor. Fragen wie: Wo finde ich meine Kunden? Wie mache ich meine Person/Marke bekannt? Verdien ich genug Geld um das nächste Monat zu überstehen?

Auch der Alltag hat sich total verändert. Ich musste erst lernen, wie ich mich am besten organisiere um von einem Homeoffice aus zu arbeiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich aber alles gut eingespielt und ich würde nicht mehr mit einem anderen Job tauschen wollen.

Aus Fotografensicht hat sich mein Leben dahingehend verändert, dass ich Projekte realisieren kann, wovon ich nicht einmal zu träumen gewagt habe. Nach 2 Jahren der Selbstständigkeit begleite ich Bands wie Peter Gabriel, Elvis Costello, Fink, The Prodigy und Shantel auf ihren Konzerttourneen. Meine Musikfotos wurden auf Albencovers/Booklets und Tourpostern gedruckt und ich publiziere in Musikmagazinen wie “Rolling Stones” und in den größten internationalen Blogs wie “The Huffington Post”, “Peta Pixel”, und “Digital Photography School”.

Ich habe vor knapp einem Jahr mein Projekt “How To Become A Rockstarphotographer” gestartet. Dabei möchte ich Menschen helfen ihre Leidenschaft zur Konzertfotografie zu finden. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigten mir, dass es viele interessierte und begeisterte Fotografen weltweit gibt.
Im April 2014 veröffentlichte ich mein ebook „Guide To Rockstar Concert Photography“. Dies ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung wie man selbst Musikfotograf werden kann. Es beinhaltet Themen wie man sich auf das erste Konzert vorbereitet, welches Equipment und Kameraeinstellungen verwendet werden, bis hin zu Themen wie man im Musikbusiness Akkreditierungen erhält und was man als Tourfotograf beachten muss. Mittlerweile ist dieses Projekt zu einer weltweiten Community herangewachsen mit Tausenden von Anhängern.

Wo findest du den Raum um deine Leidenschaft ausleben zu können?

Nachdem ich selbstständig bin habe ich den Luxus mir die Zeit selbst einzuteilen. Ich kenne das aber auch anders. Als ich noch an meiner Doktorarbeit schrieb verbrachte ich 50-60 Stunden im Labor und fotografierte am Abend bis zu 3 Konzerte in der Woche. Das war sicherlich eine sehr intensive Zeit und hat mir den Grundstein für meine Karriere geebnet.

Worauf verzichtest du um deine Leidenschaft ausleben zu können?

Ich verzichte auf einen sicheren Job und fixe Arbeitszeiten. Ich habe den Witz “Selbstständig = Selbst + Ständig” vorher nie verstanden, aber das ist genau der Fall. Wenn man sich dazu entscheidet einen Job im Angestelltenverhältnis mit einer selbstständigen Tätigkeit einzutauschen wird man schnell feststellen, dass man seinen Lebenswandel umstellen muss. Das erfordert viel Selbstdisziplin und Fokus auf das zu erlangende Ziel. Daher glaube ich auch, dass Selbstständig sein nicht für jeden passend ist. Diejenigen, die aber damit lernen umzugehen, werden wohl nie wieder in das “Hamsterrad” zurückkehren wollen.

Könntest du dir vorstellen, davon einmal zu leben?

Selbstverständlich! Vor 2 Jahren habe ich das Berufsfotografengewerbe angemeldet.
Seitdem bin ich professioneller Fotograf.

Ich würde aber jedem empfehlen sich ein zweites Standbein aufzubauen. Insbesondere in kreativen Berufen ist die Konkurrenz sehr groß und unsere “Gratis”-Gesellschaft gekoppelt mit der Versicherungssituation von Selbstständigen in Österreich macht die Lage nicht einfacher.

Was ist eigentlich das Schönste bei deiner Arbeit?

Das Schönste an meiner Arbeit ist es, dass ich an meinen eigenen Projekten arbeiten kann und dafür bezahlt werde. Mein Wunsch war es schon immer flexible Arbeitszeiten zu haben und mit Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammen zu arbeiten. Ich bin heute in der glücklichen Lage all das zu leben wovon viele Menschen träumen.

Ich bin der Meinung, dass es ist nie zu spät ist seiner Leidenschaft nach zu gehen. Ich habe erst vor kurzem ein email von einem Professor aus den USA bekommen, der schrieb: “Ich bin Professor in Biologie und habe gerade in meiner Pension angefangen Konzerte zu fotografieren. Gratuliere zu diesem Projekt um anderen Menschen zu helfen”. Ich denke, dass sagt alles. Also los!

Was sagen eigentlich deine Freunde, deine Familie zu deiner Initiative?

Ich habe eine sehr verständnisvolle Freundin und Familie die mich unterstützen. Auch sie sind der Meinung, dass man nur glücklich werden kann, wenn man seiner Leidenschaft folgt und einen Beruf ausüben kann, den man wirklich liebt.

Besten Dank an Lorin Canaj für das Bildmaterial!
fotocredits (c) Lorin Canaj,
http://helden-von-heute.at


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