studify

“Stillstand wird es bei uns nie geben, dafür sind wir viel zu verrückt”

Alexander Manfred Pöllmann und Andreas Aigner entwickeln eine Kollaborations- und E-Learning-Plattform für Studenten mit der Sie das Bildungssystem ins Web 2.0 tragen möchten. Angefangen haben Sie im Februar 2014 als Uni-Projekt, heute vernetzen Sie tausende Studenten sowohl intra- als auch interuniversitär und helfen, ihr Studium ein Stück weit einfacher & stressfreier zu gestalten.

Alexander Pöllmann bezeichnet sich selbst als leidenschaftlicher Entrepreneur und ist bei Studify u.a. für das Business Development und die Technologie zuständig. Nebenbei ist er noch als  Mentor in der Startup-Szene unterwegs und versucht dabei den Award „Best-Dressed Geek“ zu etablieren. Wenn er nicht gerade versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen oder Film & Fernsehen zitiert ist er ein  Star Trek Fan und betreibt Eigengewichtstraining. Alexander hat keine Ahnung von Wein, trinkt ihn aber trotzdem gerne und lernt Sprachen (momentan italienisch).

Andreas Aigner ist so ein richtiger Vollblut-Entrepreneur mit einer Liebe für innovative Lösungen, die einen echten Mehrwert schaffen. Er ist aktiv als Startup-Mentor unterwegs und predigt Lean-Startup. In seiner knappen arbeitsfreien Zeit versucht er sich in einer ausgewogenen Lebensweise mit viel Sport und gesundem Essen. Wenn man Andreas gerade einmal nicht findet, dann ist er wahrscheinlich irgendwo auf seinem Rennrad unterwegs.

 

Welche Leidenschaft treibt euch an?

Alexander: Seit ich laufen kann bin ich in der Firma meiner Eltern unterwegs und habe dabei viel beobachtet, erlebt und aufgeschnappt. Ich war immer fasziniert davon, wie man aus ein paar Stangen Stahl eine Tür oder ein Alt-Wiener Fenstergitter herstellen kann. Diese Leidenschaft etwas mit meinen eigenen Händen zu schaffen, ist es die mich antreibt.

Andreas: Bei mir ist es dasselbe, auch ich bin meinem Vater auf Schritt und Tritt bei seiner Arbeit gefolgt. Ich möchte einfach etwas Schaffen, was andere Menschen sinnvoll nutzen können.

Wann ist Studify entstanden?

Alex: Ganz ehrlich? Wir hatten es satt uns durch zig. Facebook-Gruppen, Dropbox-Ordner & Co zu graben um Antworten auf unsere Fragen zu bekommen. Egal ob es jetzt um eine bestimmte LVA (Lehrveranstaltung, Anm.) ging oder man jemanden zum abendlichen Basketball spielen gesucht hat. Auf der Uni gab’s keine eigene Lösung und Facebook & Co sind einfach nicht für sowas geschafften. Also haben wir ein paar Umfragen gestartet, uns dann auf ein Bier zusammengesetzt und über Nacht ein einfaches Forum aufgesetzt. So hat im Februar 2012 alles angefangen.

Warum gerade dieses Projekt?

Beide: Wir haben uns lange Gedanken dazu gemacht, wohin die Reise mit Studify gehen soll. Immerhin sind/waren wir alle Studierende und irgendwann hätte uns das Berufsleben eingeholt und Studify wäre wohl langsam aber sicher untergegangen. Also haben wir uns entschlossen Studify zu unserem Beruf zu machen.

Im Grunde war die Entscheidung auch nicht schwer, immerhin steckt unser ganzes Herzblut in Studify. Wir haben so viele Sachen ausprobiert, von unseren Nutzern gelernt und einige starke Konzepte entwickelt, wie man das Bildungssystem ins Jahr 2015 befördern kann ohne Millionen Euro zu verbrennen.

Wir wollen nicht einfach nur eine x-beliebige Insel irgendwo in den Weiten des Internet sein, wir wollen neue Lerngewohnheiten und Lernmethoden aktiv fördern und unseren Teil zu dem für eine funktionierende Gesellschaft elementaren Bildungssystem beitragen.

Wo findet ihr den Raum um eure Leidenschaft ausleben zu können?

Alexander: Also bevor uns jetzt jemand falsch versteht muss ich anmerken, dass wir Startup-typisch in einem Kellergewölbe ohne Tageslicht arbeiten. Da unten können wir uns (wenn wir wollen) komplett von der Außenwelt abschotten und Tage- & Wochenlang ungestört tüfteln. Die besten Ideen kommen uns aber beim Gärtnern in unserem selbstgebauten Gewächshaus oder gemeinsamen Kochen.

Andreas: Ich glaube das Geheimnis liegt darin der Kreativität freien Lauf zu lassen, und Dinge nicht herbeizuzwingen. 10 Minuten im Garten oder eine Stunde im Fitnessstudio wirken wie eine Woche Kur und sind Schauplatz unserer produktivsten Meetings.

Worauf verzichtest ihr, um eure Leidenschaft ausleben zu können?

Alexander: Ich wüsste nicht, dass wir auf irgendwas verzichten zu müssen? Unsere Arbeit ist es was uns Spaß macht, alles andere ist für mich einfach nur eine Einstellungsfrage. Zugegeben gehen wir weniger fort und haben nicht immer die Zeit mit Freunden Skifahren zu gehen, aber das gehört nun Mal dazu. Wichtig ist nur Freunde zu haben, die das verstehen und einen dabei unterstützen.

Andreas: Außerdem unterstützen uns unsere Freundinnen dabei wirklich großartig und zeigen uns unsere Grenzen auf. Wenn wir unsere kreativen Phasen haben arbeiten wir wie die Tiere ohne Gefühl für Raum und Zeit. Ohne Laura und Lucia wären wir also heillos verloren!

Was ist eigentlich das Schönste bei eurer Arbeit?

Andreas: Das lässt sich wohl am besten anhand eines Erlebnisses vor wenigen Wochen beantworten. Wir bieten ja unter anderem Online-Kurse unter der Marke Lecturize an. Unlängst hatten wir Besuch von einem Kunden, der ein paar Fragen hatte und (noch) nicht wusste, dass wir auch Studify machen.

Er kommt also zu uns ins Büro, sieht den riesigen Studify-Banner an der Wand und kreischt „Was?! Ihr macht Studify? Jungs ihr seid die Größten – ihr bringt mich durch mein Studium!“.

Alexander: Das war die mit Abstand die beste Story überhaupt! Wir hatten auch schon Besuch von einem jungen Mädl, das irgendein Problem mit ihrem Studify-Account hatte. Der Andi hat das Problem behoben, woraufhin sie uns 10 Euro auf den Tisch gelegt und angefleht hat sie als Dankeschön anzunehmen. Wir waren so perplex, dass wir kein Wort heraus bekommen haben!

Wer sind eure wichtigsten und stärksten Unterstützer?

Beide: Unsere stärksten Unterstützer sind ganz klar unsere Freundinnen, dicht gefolgt von unseren Eltern, Familien und Freunden. Manchmal hat man das Gefühl die fiebern mehr mit der Sache mit als wir, z.B. wenn über unsere Sache berichtet wird.

Alexander: Als wir in einer Nacht- und Nebel-Aktion unser Aufnahmestudio gebaut haben, haben wir schon befürchtet meine Eltern (die uns unseren Keller zur Verfügung stellen) würden uns die Köpfe abreißen. Stattdessen hat mein Vater, als er unserem Treiben auf die Spur gekommen ist und den Rohbau entdeckt hat, alles fallen lassen und angefangen mitzuhelfen.

Wer baut euch auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Alexander: In der Regel machen sich das der Andi und ich unter uns aus. Und wenn wirklich gar nichts mehr geht gibt es zwei Optionen. Ich weiß nicht ob ich das sagen darf, aber auf Wienerisch „hau’n wir uns in die Go bis wieder alles passt und gehen dann auf ein Bier“ oder wir müssen einfach mal Weg von der Arbeit und ins Gym fahren, gemeinsam Pizza backen oder eine Nacht darüber schlafen. Im Letzteren Fall sind es meist unsere Freundinnen die uns da raus reißen.

Andreas: Unsere Eltern haben da auch eine wichtige Rolle. Die haben zwar mit der Materie „Internet“ nicht viel am Hut, bringen dafür aber umso bessere (weil banal einfache) Lösungsvorschläge.

Wohin wird euch diese Arbeit noch bringen?

Andreas: Erstmal wollen wir das Beste aus Studify rausholen und auf jeden Fall Europas Studenten miteinander vernetzen so gut wir es mit unseren begrenzten Mitteln können.

Alexander: Stillstand wird es bei uns nie geben, dafür sind wir viel zu verrückt. Ich denke wir haben noch großes vor, egal wohin der Weg uns bringt.

Was würdest ihr machen, wenn es Studify nicht geben würde?

Alexander: Wir haben da so ein rotes Zauberbuch, indem wir ständig herumkritzeln und unsere Ideen sammeln. Welches Projekt unser nächstes wäre, müssten wir wohl den Würfel entscheiden lassen.

Gibt es bestimmte Themen die euch besonders interessieren?

Andreas: Zuhause sind wir bei Bildung, Sport und Kulinarik, weil das für uns die Grundlagen für ein gesundes Leben und eine funktionierende Gesellschaft sind. Dazu kommt selbstverständlich noch das klassische Handwerk, da wir ja beide aus gewerbetreibenden Unternehmerfamilien stammen.

Wie gelingt es euch immer wieder Menschen für eure Leidenschaft zu begeistern?

Alexander: Wir sind voll überzeugt von dem was wir machen und auch wenn wir nicht immer alles richtig machen kann ich sagen, die Fehler die wir machen, machen wir anständig und aufrichtig. Ich glaube, wenn man so viel Herzblut in etwas steckt, zu besagter Unvollkommenheit steht und seine Begeisterung offen zeigt, springt der Funken ganz von allein auf andere über.

Andreas: Jap, wir lassen unserer Leidenschaft da einfach freien Lauf.

Was sagen eigentlich eure Freunde, euer Umfeld, eure Familie zu diesem Engagement?

Andreas: Unser engster Freundeskreis findet das extrem cool und schmunzelt nur wenn sie mitbekommen, wieviel wir wirklich an dem Projekt arbeiten. Andererseits gibt es viele in unserem Umfeld, die nicht so ganz nachvollziehen können, wieso wir die Unsicherheit des Startup-Daseins einem „normalen“ Beruf vorziehen. Unsere Mütter haben auch etwas gebraucht bevor sie überzeugt waren, dass das das Richtige für uns ist.

Alexander: Und sie sind nicht gerade erfreut wenn wir nächtelang durcharbeiten, da kommen dann dauernd die Anrufe ob wir noch im Büro sind und wann wir denn endlich heimfahren würden.

Habt ihr Tipps für unsere LeserInnen?

Beide: Egal was eure Leidenschaft ist oder was euch glücklich macht, es gibt immer mehrere Wege die nach Rom führen. Es gibt nur zwei Dinge die zählen: Erstens, macht es einfach! Zweitens, es kommt nicht immer auf die Idee selbst an, denn Ideen können (und sollen) sich verändern. Viel wichtiger sind die Leute mit denen ihr euer Ziel verfolgt. Ein gutes Team tackelt jedes Problem!

Habt ihr einen Wunsch?

Andreas: Weltfrieden! Und solange das nicht möglich scheint, würden wir uns sehr über offene, partei-unabhängige und zielorientierte Bildungspolitik freuen. Der Schlüssel liegt nicht nur in milliardenschweren Reformen und Geldspritzen, sondern zuallererst darin zuzuhören. Es gibt vielen Bildungsinitiativen da draußen, die es wert wären gehört zu werden. Nicht ganz uneigennützig zählen wir uns da jetzt mal auch dazu!

Was gibt es sonst noch?

Alexander: Mehr als genug, die wären dann aber abendfüllend. In den vergangen Jahren haben wir viele Hochs und Tiefs erlebt, tiefe Einblicke in die Startup-Szene erhalten und ausgesprochen viel von unseren Nutzern gelernt. Wie sie lernen, worauf sie beim Lernen Wert legen, was ihre größten Probleme sind, …

Andreas: Bei Interesse stehen unsere Türen jederzeit offen!

Link: studify.com


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *