Fily Mihan: „Als Frau ist es wichtig, in der eigenen Form von Weiblichkeit aufzugehen, ohne Angst zu haben, dafür kritisiert zu werden!”

Wenn es jemanden gibt, die weiß, was es heißt ein Start-up großzuziehen, dann ist das Fily Mihan. Bereits im Alter von 19 Jahren zog es sie ohne den vermeintlich sicheren Plan „Abi – Studium – Job“ nach Berlin. „Erstmal machen!“ war ihr Motto! Dank Freiräumen, viel Verantwortung und ihrer gesunden Portion Selbstbewusstsein hat sie GoodJobs Stein für Stein mit aufgebaut. Sie hat anfangs jeden Job eingestellt, den Newsletter designt, Abrechnungen gemacht, mit den Partnern kommuniziert, neue mit ins Boot geholt und damit grundsätzlich das Produkt „Jobplattform für Jobs mit Sinn“ definiert. So ist sie von der Praktikantin in eine Rolle hineingewachsen, die andere als „Chefin“ oder wieder andere als „Head of“ bezeichnen würden. Für Fily selbst war es nie das „Führen“, sondern eher das „Voranbringen“.

Was versteckt sich hinter GoodJobs?

Wir möchten mit gutem Gewissen zeigen, dass es diese Jobs wirklich gibt, dass sie kein Traum bleiben müssen. Und mit den richtigen Mitarbeitern wollen wir nachhaltigen Organisationen helfen, ihre positive Wirkung zu erhöhen. GoodJobs bietet deshalb mehr als nur Jobs, wir bieten eine Perspektive für eine bessere Zukunft – für den Jobsucher, Unternehmen und uns alle.

Was treibt Dich im Leben an?

Das ist eine interessante Frage, da mir gerade spontan keine ausschließliche Antwort darauf einfällt – es sind viele Dinge. Ich denke vordergründig überwiegt jedoch mein großer Wissensdurst und eine große Neugierde darauf, was es alles zu entdecken und erleben gibt.

Warum hast Du gerade bei GoodJobs begonnen?

Ich habe das Glück gehabt, kurz nach der Entstehung der Idee an dem Projekt mit arbeiten zu dürfen. Es hat mir viel Freude bereitet, die Vision weiter voranzutreiben und Neues entstehen zu lassen, da wir die Möglichkeit hatten ein Unternehmen nach unseren Vorstellungen aufzubauen. Die Themen der neuen Arbeitswelt und sinnvollen Jobs waren für mich ein persönliches Thema, dem ich mich mit viel Begeisterung angenommen habe.

Was macht für dich GoodJobs so besonders?

Bisher ist das Projekt GoodJobs nur auf positive Resonanz gestoßen, egal wem ich davon erzählt habe. Das hat mir gezeigt, dass es ein zentrales Thema für sehr viele Menschen ist und sich fast jeder damit identifizieren kann oder zumindest ein gewisses Interesse mitbringt. GoodJobs zeigt neue Möglichkeiten auf und will ermutigen, sich mit seiner Lebenszeit für eine sinnvolle Sache einzusetzen. Die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten verbindet diese gemeinsame Vision was die Arbeit abwechslungsreich macht und viel Raum für innovatives Denken und kreative Lösungsfindung gibt.

Ganz allgemein, was braucht es in unserer Gesellschaft, dass Gleichberechtigung kein Schlagwort bleibt?

Es braucht ein Bewusstsein der privilegiertesten Menschen dafür, welche Vorteile sie genießen, nie vermissen und ihnen nie verweigert wurden. Solange das nicht passiert, werden Vorurteile weiterhin wichtige Entscheidungen beinflussen und alte Machtstrukturen bestehen bleiben. Um diese aufzulockern, sind meiner Meinung nach auf das Mann-Frau-Thema bezogen mehr Austausch, Offenheit und Verständnis für die andere Partei auf beiden Seiten essenziell.

Wo möchtest Du in einem Jahr stehen?

Ich möchte mich weiterhin für eine lebenswertere Welt einsetzen und zu mehr Verständnis beitragen. Viel viel wichtiger ist es mir jedoch mich persönlich weiterzuentwickeln, mehr zu lernen und das Leben jeden Tag zu genießen.

Hast Du geheime Projekte, Ideen in einer Schublade versteckt?

Geheim sind die Projekte nicht, haben aber mehr mit Musik und Kommunikation zu tun als damit, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln 🙂

Was ist das Schönste bei Deiner Arbeit?

Meine Kolleg*innen und die Atmosphäre bei uns im Büro. Vor GoodJobs hätte ich mir nie erträumt, dass es auf dieser Welt irgendwo ein Arbeitsumfeld gibt, in dem es so entspannt und gleichzeitig produktiv und professionell zugeht wie bei uns aktuell. Zu sehen, was in den letzten 4 Jahren alles entstanden ist und wie viele Menschen den Einstieg in einen Job mit Sinn gefunden haben, kommt mir manchmal immer noch leicht surreal vor.

Wie schauen Deine schönsten Träume aus?

Meine schönsten Träume sind immer sehr unbeschwert, entspannt und verbunden mit vielen Freunden und Familie. Egal wo, egal wann – das ist auch mein persönliches Ziel: ein unbeschwertes Leben in allen Bereichen.

Gibt’s jemanden der Dich aufbaut, wenn es einmal nicht so richtig klappt?

Ja, ich habe sehr viele starke Frauen um mich, die mich gut verstehen, gut kennen und mir dementsprechend mit Rat zur Seite stehen, ähnliche Erfahrungen teilen und mir so zeigen, dass wir alle durch die gleichen Dinge gehen.

Hast Du für unsere LeserInnen einen Buchempfehlung, einen webtipp, einen Tipp für einen inspirierenden Platz, …?

Für alle Frauen habe ich eine Buchempfehlung ja, Women who run with the wolves. Ich glaube der Deutsche Titel ist die Wolfsfrau. Rund zwanzig Mythen, Märchen und Geschichten aus den verschiedenen Kulturkreisen dieser Welt erzählt und analysiert die Autorin, damit Frauen wieder zu ihren instinkthaften Eigenschaften finden. Ein sehr inspirierendes Buch!

 


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