1001 Unternehmer und Unternehmerinnen zu finden, die sich ihren Strom selbst erzeugen, so die Mission von Cornelia Daniel-Gruber. Nicht ganz einfach, aber ganz ehrlich, wer soll daran zweifeln?

Ihr Unternehmen ist die Solarberatung Dachgold. Gegründet 2011 mit dem Ziel alle Gewerbebetriebe Österreichs zu solarisieren. Dieses Ziel manifestiert sich gerade im bisher größten Projekt Tausendundein Dach, der ersten Einkaufsgemeinschaft für gewerbliche PV-Anlagen, das Cornelia Daniel-Gruber gemeinsam mit einem der größten PV-Anlagenbauer Österreichs, der Firma 10hoch4, umsetzt.

Welche Leidenschaft treibt dich an?

Ganz klar, meine Leidenschaft ist die Sonne. Da ich zu Sommerbeginn geboren bin, habe ich sie einfach schon immer geliebt und jetzt zu meinem Beruf aber noch mehr meiner Berufung gemacht. Sonnenenergie ist die für mich wichtigste Energiequelle sowohl beruflich als auch privat.

Wann hast du deine Leidenschaft für das was du gerade machst entdeckt? Wo hast du von dieser Idee erfahren?

Rückblickend gab es da sogar sowas wie eine Erleuchtung. Es war 2007 und ich war am Ende meines WU-Studiums frustriert weil das mit meiner ersten Diplomarbeit nicht so klappte, wie ich mir das vorgestellt hatte und suchte nach einem neuen Thema. Irgendwann beim durchstöbern durch alte Diplomarbeitsthemen meiner Speziellen „Außenhandel“ sah ich, dass jemand den amerikanischen Solarthermiemarkt nach Potenzialen untersucht hatte. Da ich mein Auslandsemester in Australien absolvieren durfte war mir in dem Moment klar, dass ich den australischen Solarthermiemarkt untersuchen musste, weil ich durch meinen Vater und Bruder die beide Installateure waren, schon früh mit Solarenergie in Vebindung gekommen war und das für mich das logischste auf der Welt ist und war. Ich wollte wissen, warum Sonnenenergie in diesem sonnenreichen Land noch nicht Mainstream war, bei uns aber schon viel verbreiteter. Ich wusste in dem Moment einfach, dass das ein Thema ist, dass mich nicht nur zum Abschluss meines Studiums bringen würde, sondern viel mehr sein könnte als das. Die Auflösung zu meiner Frage ist leider etwas frustrierend. Australien hat einfach zu viel billige und dreckige Kohle, aber das ändert sich gerade.

Wie hat deine Leidenschaft dein Leben verändert?

Sehr! Ich bin voll reingekippt und das gesamte Energiethema lässt mich seither nicht mehr los. Durch die intensive Beschäftigung mit Sonnenenergie am Ende meines Studiums und meinem festen Willen irgendwann ein Unternehmen zu gründen, (Meine 2. Spezielle war Entrepreneurship.) traf ich nach dem Studium eine folgenschwere Entscheidung. Ich würde keinen Vollzeitjob annehmen, weil ich nicht in eine Situation kommen wollte, wo ich einen netten Akademikerverdienst habe und dann nicht mehr auf ein geringeres Gehaltsniveau, welches mit einer Unternehmensgründung einhergeht, zurück kann. Ich sehe auch heute noch, wie das viele Kollegen zurückhält. Ich wollte damals einen Teilzeitjob mit dem ich meine Lebenskosten finanzieren kann und habe den Rest der Zeit in meine persönliche Entwicklung in Sachen Sustainability Entrepreneurship und Wissen zum Thema Erneuerbare Energie investiert, zu bloggen begonnen und den coolsten Nebenjob, den man sich vorstellen kann ergattert.

Ich war am ersten Höhepunkt der Solarbranche, das war 2008, in einer Solarinvestmentfirma und durfte Megawattkraftwerke in Italien, berechnen, bewerten und teilweise projektieren. Es war eine unglaublich spannende Zeit und ich wusste, dass ich zwei Jahre bevor es in Österreich mit dem Thema losgeht, selbständig werden würde und dieses Wissen dann Unternehmen zur Verfügung stellen möchte. Ende 2010 hat sich abgezeichnet, dass es ab 2012 spannend werden könnte und so habe ich Mitte 2011 gegründet und drei Jahre später die Initiative Tausendundein Dach gestartet, die derzeit im laufen ist und wir jetzt mit den genialsten Unternehmern des Landes in Berührung kommen. Ich denke, wir werden langfristig das Who is Who der österreichischen Unternehmer zu unseren Kunden zählen dürfen.

Der Start lässt schon mal sehr gutes erahnen. Die Kunden können sich sehen lassen und wir werden bald eine Kampagne starten um das zu zeigen und auch andere tolle Unternehmer und Unternehmerinnen zur Sonne führen.

Wo findest du den Raum um deine Leidenschaft ausleben zu können?

Die Frage verstehe ich jetzt nicht ganz. Aber das liegt vielleicht an dieser besonderen Leidenschaft. Ich lebe die Leidenschaft täglich wenn ich zu arbeiten beginne und im Sommer, wenn ich die Strahlen auf meine Haut prasseln lasse ;-).

Worauf verzichtest du, um deine Leidenschaft ausleben zu können?

Ich habe in den ersten Jahren sicher auf einigen Luxus verzichtet, den sich Studienkollegen leisten konnten. Urlaube, Weihnachtsgeld, sicheres Einkommen. Ich wusste aber, dass ich auf dem richtigen Weg bin auch wenn natürlich auch Selbstzweifel ständige Begleiter sind. Als Frau ist das leider ein besonders schwieriges Thema. Frauen trauen sich leider sehr oft nicht genug zu. Dagegen musste ich bei mir persönlich sehr stark ankämpfen.

Wohin wird dich deine Leidenschaft noch bringen?

Zum alternativen Nobelpreis natürlich ;-). Nein, Scherz. Ich denke sie wird mich noch sehr weit bringen. Mittlerweile beginnt es sich herumzusprechen, dass Solarenergie DIE Zukunftsenergiequelle ist und sein wird. Früher konnten Skeptiker noch argumentieren Solarenergie sei zu teuer. Diese Zeiten sind vorbei. Seit 2013 herrscht in vielen Fällen Netzparität, was so viel bedeutet, dass Sonnenenergie zumindest gleich teuer wie fossile Energie ist. Bei unseren Projekten sind wir sogar schon deutlich darunter und es geht nur mehr darum ob Kapital vorhanden ist. Wer Kapital übrig hat, wird sich künftig Energieeigentum in Form von Sonnenenergie schaffen, genauso wie jene, die früher Geld hatten, sich Wohneigentum zugelegt haben. Alle anderen müssen eben ewig „Strommiete“ zahlen.

Was ist eigentlich das Schönste bei deiner Arbeit?

Meine drei großen Arbeitsbereich sind derzeit die Projektierung von PV-Anlagen, das Schreiben von Artikeln und das Halten von Vorträgen. Jeder Bereich bringt schöne Momente mit sich. Das schönste ist natürlich immer ein zufriedener Kunde. Im ersten Fall sind das eben die Unternehmer, die sich ein cooles Kraftwerk geleistet haben, bei den Artikeln freut es mich, wenn jemand einen begeisterten Kommentar hinterlässt und bei den Vorträgen freue ich mich wahnsinnig, wenn die Zuhörer klüger und begeisterter hinausgehen, als sie reingekommen sind.

Wer baut dich auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Nachdem ich zwar Einzelunternehmerin bin, aber in jedem Projekt Kooperationspartner habe, kann ich in diesen Kreisen immer auf vollste Unterstützung vertrauen. Letztlich ist die Sonne selbst eine Unterstützung. Sie zaubert fast immer ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich weiß, das ist jetzt furchtbar kitschig ;-).

Wie gelingt es dir immer wieder Menschen für deine Leidenschaft zu begeistern?

Angeblich stecke ich die anderen Leute durch meine gelebte Leidenschaft an. Menschen spüren einfach, wenn jemand voll hinter dem steht was er oder sie sagt. Auch das klingt jetzt nach einer Plattitüde aber ich habe schon oft gehört, dass mir die Menschen das was ich sage auch wirklich glauben. Vertrauen ist ein ganz wichtiges Asset in diesem Markt wo so viele Unwahrheiten und durchaus auch ein paar schwarze Schafe im Umlauf sind.

Was sagen eigentlich deine Freunde, deine Familie zu diesem Engagement?

Das müsst ihr sie selber fragen ;-). Ich denke einige bewundern die Konsequenz mit der ich das Thema durchziehe auch wenn ich das selbst nicht so sehe. Andere sagen mir offen, dass sie toll finden was ich mache und wieder andere verstehen noch immer nicht, dass es sich um einen Zukunftsmarkt handelt, den man nicht überschätzen kann. Bei denen freue ich mich besonders wenn sie eines Tages erkennen, dass ich schon immer Recht hatte.

Hast du Tipps für unsere LeserInnen?

Ich kann mich noch erinnern als ich selbst auf der Suche war und mich all die doofen Ratschläge einfach nur genervt haben. Der für mich wichtigste Ratschlag war: Nimm nur Ratschläge von Leuten, die dort sind, wo du hin willst. Das setzt natürlich voraus, dass man ungefähr weiß, wo man hin will. Daran scheitern die meisten. Wenn ich also einen Tipp geben müsste wäre er der: Setzt euch Ziele die absolut unrealistisch sind. Ihr werdet nicht glauben was das Unterbewusstsein daraus macht.

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