Doris Polgar: „Ich kann mich sehr gut an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.“

Doris Polgar kommt aus Wien, sie ist verheiratet und hat 2 Kinder. Doris lebt in Breitenfurt wo sie auch als Umweltgemeinderätin tätig ist. Mit ihrer Ausbildung als promovierte Biologin und technische Umweltmanagerin hat sie dafür natürlich die besten Voraussetzungen.

Wie hat sich Dein Interesse für Fragen des Umweltmanagement entwickelt?

Während des Studiums an der FH Technikum Wien ist das Interesse an Umweltmanagement und im speziellen an EMAS stetig gewachsen und so kam es, dass ich als Masterarbeit die EMAS-Einführung in der Gemeinde Breitenfurt umsetzten durfte. Heute bin ich Umweltgemeinderätin in meiner Heimat-gemeinde und kann unmittelbar vor meiner Haustüre Umweltprojekte durchführen, darüber freue ich mich sehr. Gerade wurde ein großes Staudenbeet im Rahmen unserer Natur im Garten-Bemühungen und mit Hilfe der Bevölkerung angelegt. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem BMNT, möchte ich 20 Gemeinden im Bezirk Mödling für die Einführung von EMAS gewinnen und eine Modellregion für Nachhaltigkeit und Umweltmanagement schaffen. Dabei stehen vor allem die Zusammenlegung von Kernaufgaben, Regionalität, intensive Kooperation und Wissens- und Erfahrungsaustausch im Vordergrund.

Was treibt Dich im Leben an?

Mein Interesse und meine Leidenschaft zur Umwelt werfen immer neue Ziele auf – diese zu erreichen, treiben mich an. Ich bin offen, positiv denkend, emotional und kann mich an den kleinen Dingen des Lebens freuen.

Stell Dir vor, du darfst für einen Tag Umweltministerin sein. Was wären Deine ersten drei Maßnahmen?

Ich würde mich wohl mehr als 1 Tag einarbeiten. Verstärkte Umwelt- und Bewusstseinsbildung schon im Kindesalter und im Rahmen der Schulausbildung (mehr Partizipationsprojekte) Unterstützung und Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Das Thema Umwelt/Nachhaltigkeit fix im Zentrum unserer politischen Arbeit verankern, damit es nicht als Randthema mitgeschliffen wird.

Wer ist für Umweltpolitik zuständig? Die Politik oder wir Bürger?

Ich würde sagen, beide… die Politik kann/soll Rahmenbedingungen schaffen, die Bürger sollten sich ihrer Eigenverantwortung mehr und mehr bewusst werden.

Warum braucht es Managementsysteme wie EMAS für die Umweltpolitik?

Der extern überprüfte und kontinuierliche Verbesserungsprozess garantiert, dass die teilnehmende Organisation laufend und nachhaltig am betrieblichen Umweltschutz arbeitet.

Wie radikal darf Umwelt- bzw. Klimapolitik sein?

Manchmal müssen Maßnahmen radikal durchgesetzt werden (zB. Verbot von Ölheizungen), grundsätzlich bin ich jedoch der Ansicht, dass der Mensch einige Zeit braucht, um seine Handlungen zu überdenken und sie im Anschluss auch im positiven Sinn zu ändern.

Gibt’s Dinge in Deinem Umweltengagement auf die Du mit einem guten Gefühl zurück schaust?

Ich darf auf mein gesamtes Engagement mit einem guten Gefühl zurückschauen, angefangen von meinen Arbeiten in der Krebsforschung bis zu meiner Vision einer gemeindeübergreifenden Modellregion für Nachhaltigkeit und Umweltmanagement. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was möchtest Du noch lernen?

Z. B. so manche Dinge nicht so persönlich zu nehmen… uvm.

Gibt’s Vorbilder für Dich? Wenn ja, was hast Du Dir von diesen Menschen mitgenommen?

Ich bin seit 2015 auch Umweltgemeinderätin in Breitenfurt. Ein großes Vorbild ist mein Vorgänger Othmar Holzwieser – er ist über 80 Jahre alt und immer noch jung geblieben, im Kopf und auch körperlich. Er ist ein wertvolles Mitglied in der Gemeinde, ein liebevoller Ehemann, Vater und Großvater. Er hat unglaublich viele Umweltprojekte umgesetzt, ist Visionär und bis heute offen, an vielen Dingen interessiert und sehr aktiv. Er unterstützt mich, ich kann ihn um Rat fragen und ich schätze diesen auch. Ich glaube, so sollte Politik funktionieren, Zusammenarbeit von jung/alt, gegenseitige Wertschätzung, etc…

Findest Du genug Unterstützung für all Deine Ideen?

Im Großen und Ganzen ja, manche Dinge dauern mir zu lange und nicht alle setzen im Umweltbereich einen entsprechenden Schwerpunkt…oft geht’s mir zu langsam, aber man kommt auch mit kleinen Schritten ans Ziel.

Wo willst Du mit Deinen Projekten in 2 Jahren stehen?

Ich möchte weitere Gemeinden für die Modellregion gewinnen und die Vorteile aus der Kooperationsarbeit sichtbar machen. In Breitenfurt möchte ich meine politische Arbeit ausbauen und die hohe Lebens- und Umweltqualität weiterhin sicherstellen.

Was würde der Welt abgehen, wenn es Dich nicht geben würde?

2 wunderbare Kinder, Lara und Moritz.

Was sagen eigentlich Deine Freunde, Deine Familie zu diesem Engagement?

Die meisten finden es toll, manche sagen, ich bin verrückt.

Hast Du für unser LeserInnen eine Buchempfehlung, einen webtipp, einen Tipp für einen inspirierenden Platz, …?

…Von der Kunst Bäume zu pflanzen…von Hermine Hackl. Einer meiner Lieblingsplätze ist der Wolfgangsee…Anfang Juli bin ich wieder da…

 


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